Unternehmer: So etwas macht man nicht!

Liebe Freunde der schlauen Geldanlage und der weisen Vorsicht, 

hier in Hamburg an der Elbe gibt es eine Redewendung, die benutzt wird, wenn etwas als höchst unmoralisch oder unehrenhaft angesehen wird. Sie lautet schlicht: „So etwas macht man nicht!“

Leider passiert das heute immer noch viel zu oft, dass ein Unternehmensgründer und Inhaber eines Unternehmens in finanziellen Dingen niemanden neben sich duldet. Das schließt leider auch manchmal die eigene Ehefrau mit ein. Eigentlich sollte es aus Vorsichtsgründen und der Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und der eigenen Familie selbstverständlich sein, dass die finanzielle Handlungsfähigkeit des Unternehmens jederzeit gewährleistet ist. Kommt es zu einem plötzlichen Ableben des Unternehmers und es sind keine Bevollmächtigten verfügbar, um laufende Verpflichtungen bedienen zu können, ist ein erheblicher Schaden für das Unternehmen vorprogrammiert. 

Eigentlich sollte es kaum eine vertrauensvollere Beziehung als eine Ehe geben. Persönlich sehe ich es daher als eine Selbstverständlichkeit an, dass die Ehefrau zumindest jederzeit einen groben Überblick über die Vermögensverhältnisse des Ehemanns und dessen Unternehmen hat. Mindestens grobe Strukturen von Geschäftsbeziehungen, dem Geschäftsmodell, Lieferanten und Kunden sollten bekannt sein. Und dazu gehören für den Notfall umfassende Vollmachten!  

Leider ist es mir in meiner Praxis schon mehrfach passiert, dass mir persönlich bekannte Unternehmer sehr unwirsch und abweisend auf die gut gemeinten Hinweise reagiert haben, doch für den Notfall vorzusorgen. Dann geschieht das Unglück: Es bleibt eine völlig überforderte Witwe zurück. Dann wird fröhlich zur Jagd geblasen. Alle möglichen „guten Freunde“ des Verstorbenen entpuppen sich als Beutejäger. Schließlich ist im Bekanntenkreis hinlänglich bekannt, dass die Witwe bisher ihre Zeit lieber den Hobbies und Reisen gewidmet hat – in ihrer jetzigen Situation ein leichtes Opfer! 

Welche Geschäftsusancen sind zu beachten? Welche Verträge sind bis wann zu erfüllen? Leitende Mitarbeiter ergreifen ihre Chancen. Ebenso die ungeliebte Verwandtschaft, die noch Hoffnung auf ein Erbe wittert. Während das Unternehmen von innen ausgehöhlt wird, greifen die potenziellen Erben von außen an. Rechtsanwälte, Steuerberater etc. laufen zu kreativer Höchstform auf. Innerhalb kurzer Zeit wird ein stattliches Vermögen durch Erbstreitigkeiten, diverse „Beratungshonorare“, schlichten Diebstahl sowie Untreue vernichtet. Der Unternehmenswert sinkt dramatisch. Es wird hemmungslos zugegriffen.  

Was bleibt? Eine gebrochene Person mit einem kleinen Vermögen, die niemandem mehr vertrauen mag, bedroht vom Alkoholkonsum und Medikamentenmissbrauch, um dem psychischen Druck zu entfliehen. Wer tut einer geliebten Person so etwas an? Liebe Unternehmer: „So etwas macht man nicht!“     

Beste Grüße und bis bald an dieser Stelle, 

Euer 

Christoph Vogt

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