Die Gelddruckmaschinen

Wo viele verlieren, gewinnen wenige - findet sie!

Man muss kein Akademiker sein, um die wesentlichen Zusammenhänge der Märkte zu verstehen. Eine alte Grundregel lautet: Wenn ganz viele verlieren, gibt es irgendwo wenige Gewinner, die ganz groß rauskommen. In einer solchen Situation (z.B. im Rahmen einer Pandemie) ist es die Aufgabe guter Finanzberater, die Vermögensverwaltung oder Vermögensberatung betreiben, eben diese wenigen Gewinner zu finden. 

Ein paar Überlegungen hierzu: Als der Rohölpreis so tief einbrach, war die Stimmung für die Weltwirtschaft insgesamt eher verhalten. Sinkt der Ölpreis, ist das i.d.R. ein klares Signal für weniger Nachfrage, weniger Handel, weniger Wirtschaftswachstum. Ein einfacher Investor so wie ich könnte aber auf den Gedanken kommen, dass Großkunden, die besonders viel ölbasierten Treibstoff verbrauchen (Fluggesellschaften, Logistikkonzerne, Rohstoffminen) niedrigere Rechnungen bezahlen müssen. Bei unveränderten Verkaufspreisen für ihre Waren steigen ihre Gewinne. Das war so und hat gut funktioniert. 

Was hat die Pandemie bisher mit der Weltwirtschaft angestellt?

Der Reiseverkehr ist weltweit dramatisch eingebrochen. Touristikkonzerne, die bis in das Jahr 2019 quasi nur Wachstum kannten, sind inzwischen Pleitekandidaten. Die gesamte Kreuzfahrtbranche sowie die Fluggesellschaften befinden sich in einer tiefen Krise. Die großen Messen, Konzerte und Kulturveranstaltungen fallen reihenweise aus. Der gesamte Sektor, der mit diesen Veranstaltungen verbunden ist, liegt am Boden. 

Christoph Vogt Finanzberatung schreibt mit einer Datenansicht eines Programmierers über die Macht der Internetunternehmen und die hohen Gewinne dieser Unternehmen

Wer sind die Gewinner? 

Die großen Internet Giganten aus den USA kennt inzwischen jeder. Vielleicht hat sich jetzt auch schon herumgesprochen, dass Amazon viel mehr als ein Handelsplatz ist und AWS (Amazon Web Services) eigentlich viel wertvoller ist, als die gesamte Handelssparte des Konzerns. Und Apple ist viel mehr als ein Hersteller schicker IPhones. Insider wissen, dass sich das Unternehmen zu einem Giganten im “E-Health” Bereich entwickeln wird. 

In Deutschland (ja wir pflegen unsere Neidkultur!) wird als erstes über Amazon geschimpft. Der Gigant, der ja an allem schuld sei. Fakt ist aber doch: Wenn der Gigant nicht so gut wäre, gäbe es ihn vermutlich nicht – oder nicht in dieser Dimension. Wenn nun viele Menschen jubeln, dass sie zuhause im “Home Office” arbeiten dürfen und es sogar angenehm empfinden, das Haus nicht mehr zu verlassen, wer gewinnt dann? 

Hier ist sie (nur einmal mit den Nettogewinnen im 4. Quartal 2020) – meine Gewinnerliste (Jeder kennt sie. Das ist nicht spannend) 

  • Amazon: 7,2 Mrd. USD
  • Alphabet (Google): 15,2 Mrd. USD 
  • Microsoft: 11,6 Mrd. USD
  • Apple: 28,7 Mrd. USD
  • Netflix: 542 Mio. USD
  • Facebook: 11,2 Mrd. USD

Addieren wir kurz die Nettogewinne aus den 3 Monaten vor dem Jahresende 2020 dieser Unternehmen, kommen wir auf schlanke 74,4 Milliarden USD oder gut 63 Mrd. EUR Nettogewinn in nur 3 Monaten! Zum Vergleich: Der aktuelle Börsenwert der Deutschen Bank liegt bei rund 17,5 Mrd. EUR. Volkswagen wird gegenwärtig mit rund 87 Mrd. EUR an der Börse bewertet. 

Viel spannender ist doch der Blick auf das Rohöl des 21. Jahrhunderts – nämlich Daten! 

Taucht man noch etwas tiefer in diese Überlegung ein, geht es darum, diejenigen Unternehmen zu finden, die für die Internet Giganten extrem wertvolle Dienstleistungen erbringen: Die intelligente Verknüpfung, Bereitstellung, Analyse sowie der sichere Transport von Daten – z.B. durch die Abwicklung von Transaktionen über Bezahlsysteme: Da gibt es z.B. PayPal oder Visa. Oder die Anbieter von Videokonferenzsystemen wie Zoom. Schon stellt sich einem die Frage, wenn ich jetzt zuhause bin, wer passt dann auf mein Büro oder meine Fabrik auf? Datensicherheit gewinnt weiter extrem an Bedeutung. Achtung – damit meine ich hier nicht den Ansatz deutscher sog. “Datenschützer”, die es für verantwortungslos halten, Schüler via Zoom zu unterrichten. Diese Figuren sind m.E. derart niveaulos, dass ich hier lieber Abstand davon nehme, diesen Personenkreis weiter zu beschreiben. Gehen wir noch einen Schritt weiter und fragen uns, was sich am Ende des Datentransports befindet. Ist es nur ein Monitor, eine Kamera oder ein Lautsprecher? Das sind Banalitäten in heutiger Zeit, wenngleich hier natürlich Hersteller mit besonderen Qualitätsmerkmalen (Hochgeschwindigkeitskameras u.a.) immer spannend sind. Was ist, wenn am Ende meiner Datenleitung ein Roboter arbeitet (ok, leider noch viel zu wenig in Deutschland wegen Internet, 5G und “Neuland für uns alle.” und so…). In China wurde schon ein Patient über eine 5G Datenleitung operiert, der 50km entfernt in einem Provinzkrankenhaus auf einem OP Tisch lag. Am Ende einer Datenleitung kann sich auch ein Rechenzentrum befinden, mit dem ganze Produktionsstraßen gesteuert werden. Ein neues Schlagwort für viele Anwendungen könnte “Remote Control” also die gute alte Fernsteuerung werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich in naher Zukunft alle Maschinen über das Internet bedienen lassen.  

Dieses Investmentthema bewegt uns in der FORMAT Asset Management sehr. Es ist schon traurig, wie Deutschland und die Europäische Union hier von den USA und China abgehängt werden. Aber es gibt hervorragende Fondsmanager, die genau auf diese Unternehmen in diesen Regionen setzen. Dort sind und bleiben wir für unsere Mandanten investiert. 

Beste Grüße,

Christoph Vogt

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