Die Arten von Aktien

Aktien verbriefen Anteilsrechte am Grundkapital von Unternehmen. Hierbei gibt es unterschiedliche Ausgestaltungen, die den Aktionären unterschiedliche Rechte einräumen. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale möchte ich hier kurz vorstellen. 

Stammaktien und (stimmrechtslose) Vorzugsaktien

Stammaktien beinhalten ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft. Ist das Grundkapital einer AG in zwei Gattungen aufgeteilt – z.B. in Stamm- und Vorzugsaktien, ist der Unterschied häufig im Stimmrecht zu finden. Die Vorzugsaktien bieten oft kein Stimmrecht für deren Aktionäre. Dieser Nachteil wird dann i.d.R. finanziell ausgeglichen, indem diese Vorzugsaktien Recht auf eine höhere Dividende je Aktie verbriefen. Vorzugsaktien können mit sehr individuell gestalteten Rechten (auch: Sachdividenden) ausgestattet werden. Leider wurden diese in den vergangenen Jahren immer weniger eingesetzt. Ein schönes Beispiel ist das Dauereintrittsrecht in den Zoo von Berlin. Hier finden sich Details dazu. Andere Unternehmen bieten z.B. vergünstigten Einkauf von deren Produkten an. 

Inhaberaktien und (vinkulierte) Namensaktien

Hierbei wird nach der Übertragbarkeit der Aktien unterschieden. Während bei Inhaberaktien (der häufigsten Aktienart) der Inhaber der Aktie auf der Hauptversammlung abstimmen darf (er weist seinen Besitz nach), ist bei Namensaktien die Eintragung in das sog. Aktienregister erforderlich. Es bietet der Aktiengesellschaft den Vorteil, genauen Überblick über die eigene Aktionärsstruktur zu haben. Unerwünschte Verschiebungen von Machtverhältnissen können so frühzeitiger erkannt werden. Handelt es sich um vinkulierte Namensaktien, behält sich die Aktiengesellschaft das Recht vor, die Übertragung dieser Aktien zu genehmigen. 

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Aktien mit einfachem Stimmrecht und mehrfachem Stimmrecht

Manchmal kommt es vor, dass Unternehmensgründer die Kontrolle des Unternehmens nicht aufgeben möchten, obwohl ihr Kapital dazu nicht ausreicht. In diesem Fall lassen sie sich Aktien mit Mehrfachstimmrecht ausstellen. So können sie auch ohne Kapitalmehrheit weiter das Unternehmen kontrollieren, denn mit ihren Stimmen bleiben die Mehrheiten auf der Hauptversammlung für sie gesichert. 

Aktien mit Nennwert und Stückaktien

Aktienurkunden können mit unterschiedlichen Nennwerten ausgestattet werden. Diese können z.B. auf einen EURO, fünf oder 10 EUR lauten. Jede dieser Urkunden verbrieft dann den Anteil am Grundkapital in Höhe des genannten Nennwertes. Davon unterscheiden sich die Stückaktien, die einen Anteil am Bilanzgewinn verbriefen. Entscheidend bei Stückaktien ist die Zahl der ausgegebenen Aktien, die darüber entscheidet, wie hoch der Gewinnanteil je Aktie ausfällt. 

Junge Aktien und alte Aktien

Benötigt eine Aktiengesellschaft neue Finanzierungsmittel, kann eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden (nach Hauptversammlungsbeschluss). Hierfür werden junge Aktien ausgegeben. Altaktionäre würden durch eine solche Kapitalmaßnahme “verwässert”, d.h. ihr Anteil am gesamten Unternehmen würde geringer. Um diesen die Möglichkeit einzuräumen, ihren Anteil zu halten, gewährt man ihnen ein sog. Bezugsrecht. Dieses wird für einen kurzen Zeitraum an der Börse gehandelt. Altaktionäre haben häufig die Wahl, ob sie die Bezugsrechte an der Börse verkaufen (dann akzeptieren sie die Verwässerung durch die Kapitalerhöhung) oder ob sie diese in Anspruch nehmen und die jungen Aktien beziehen. 

Christoph Vogt

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