Wofür braucht man einen Aktienindex?

Der Index (lat.) steht für das deutsche Wort Zeigefinger

Sie sind hoffentlich alle gesund und verfügen über zwei gesunde Hände. Dann haben Sie auch alle zwei Zeigefinger, mit denen Sie bisweilen auf andere Leute zeigen könnten. Diese Funktion hat auch ein Aktienindex an einer Aktienbörse. Er zeigt als Indikator an, wie sich tendenziell ein gesamter Markt in einem zeitlichen Abschnitt verhalten hat. Er beantwortet die Frage, ob die Preise eines gesamten Marktes tendenziell gestiegen oder gefallen sind. Blieben die Preise stabil, änderte sich auch der Index nicht. 

Gehen wir doch gemeinsam auf den Marktplatz zum Wochenmarkt! 

Uns interessiert die Frage, ob die Preise im Durchschnitt in den letzten vier Wochen gestiegen sind. Um diese Frage grob beantworten zu können, ist es sinnvoll, sich die Warengruppen anzusehen, die besonders wertvoll sind und die eigentlich immer gekauft werden, weil sie zum täglichen Bedarf gehören. Wir drehen immer eine gesamte Runde über den Marktplatz und treffen dabei auf alle wichtigen Warengruppen (Obst / Gemüse, Fleisch, Fisch, Milchprodukte). Unser Warenkorb bleibt von Monat zu Monat unverändert (das sind die Elemente im Index). Unsere Einkaufsliste sieht so aus: 1 kg Äpfel, 3 kg Kartoffeln, 2 kg Rinderbraten, 2 Forellen und 200 g Käse. Vor vier Wochen kostete dieser Einkauf 35,50 EUR. 

Auf dem Weg zum Marktplatz treffen wir unseren besten Freund, der gerade schon seine Einkaufsrunde beendet hat. Er klagt darüber, dass das Einkaufen auf dem Markt zu einem teuren Vergnügen geworden sei. Er habe das Gefühl, es sei einfach alles teurer geworden. Vorgewarnt durch ihn beginnen wir unsere Einkäufe. Am Ende summieren sich die Beträge für unseren unveränderten Warenkorb auf 39,90 EUR. 

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Später am Tage treffen wir unseren Freund in unserer Lieblingskneipe und fragen, was er denn heute auf dem Markt gekauft habe. Er antwortet mit folgender Aufzählung: 1 kleiner Blumenstrauß, 1 Glas Honig, 4 Schweinefilets, 1 geräucherte Makrele, 10 Eier und 250g Streichkäse. Nichts davon findet sich auch in unserem Warenkorb. Trotzdem hat unser Einkauf mehr gekostet und die Warnung unseres Freundes vor höheren Preisen war zutreffend. 

In unserem Index sind die Warengruppen Fisch, Fleisch und Milchprodukte jeweils enthalten, wenngleich nicht mit dem exakt selben Produkt. Aber sie haben ein hohes Gewicht, weil sie für tendenziell hohe Preise stehen. Ändert sich deren Preisniveau, ist zu befürchten, dass insgesamt mehr gezahlt werden muss. Daher konnte uns unser Freund zutreffend warnen. 

Christoph Vogt erklärt am Beispiel Wochenmarkt einen Aktienindex

Zurück zum Aktienmarkt, der Börse 

An einer bestimmten Börse eines Landes sind z.B. 1.550 unterschiedliche Aktien handelbar. Um eine Tendenz zu bestimmen, wird ein Index zusammen gestellt aus den 50 größten Unternehmen. Sie stammen aus möglichst jeder Branche (s.o. Fleisch, Fisch, Milchprodukte). Moderne Aktienindizes sind kapitalgewichtet und haben eine Deckelung, damit keine Aktie zu dominant im Index wird. Bei einer Gleichgewichtung im obigen Beispiel würde jede Aktie mit einem Gewicht von einem Fünfzigstel (oder 2 Prozent) in den Index einfließen. Im Falle einer Kapitalgewichtung könnte z.B. ein sehr großes Unternehmen einen Börsenwert haben (Anzahl der Aktien multipliziert mit dem aktuellen Börsenkurs), der bei 6% Gewicht im Index liegt. Um Einseitigkeit zu begrenzen, könnte jetzt z.B. ein Deckel bei 5% installiert werden. Die Preisveränderung im Index würde dann nur noch zu 5 und nicht zu 6 Prozent Anteil durch diese Aktie beeinflusst werden. Entsprechend würde die Nummer 50 unserer Index Elemente nur noch mit einem Anteil von deutlich unter einem Prozent in den Indexwert einfließen. 

Aktienindex als Preisindex oder Performanceindex

Bisher haben wir hier nur die Preise von Aktien also Aktienkurse betrachtet. Als langjähriger Aktionär verändern aber doch auch die Gewinnbeteiligungen in Form von Dividenden mein Vermögen. Das soll doch bitte auch ein Aktienindex abbilden. Ja, macht er auch – z.B. der Deutsche Aktienindex DAX 30 ist ein sog. Performanceindex. Seine Berechnung ist so gestaltet, dass Dividenden sofort nach Ausschüttung reinvestiert werden und somit den Indexstand erhöhen. Möchte ein schlauer Anleger seine Aktienperformance über einen langen Zeitraum von z.B. 10 Jahren vergleichen (mit einem eigenen Depot z.B.) ist es sehr relevant, wie der Vergleichsindex gestaltet ist – als Preisindex oder Performanceindex. Achtung! Auch vertrieblich wird gern ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen vorgenommen. Gute Fondsmanager lassen sich immer mit einem Performanceindex messen, was viel schwieriger ist, als lange Zeit nur gegen einen reinen Preisindex anzutreten, der nicht durch Dividendenzahlen verstärkt wird.  

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Ein Index als Indikator für die gesamte Marktentwicklung

Nehmen wir also die fiktiven 50 Unternehmen von obigem Beispiel und errechnen ihren tagesaktuellen Wert mit der Formel “Aktienzahl x Börsenkurs”. Die 50 Ergebnisse werden addiert und dann z.B. durch 5.000 geteilt. Jede Branche der 1.550 Aktiengesellschaften an der Börse ist im Index vertreten. Von diesen 50 Titeln steigen z.B. 30, während die anderen 20 am selben Tag unverändert bleiben oder fallen. Der Index wird also leicht steigen. Der Index als Indikator für den gesamten Markt soll im Idealfall anzeigen, dass auch die übrigen 1.500 nicht im Index enthaltenen Aktien sich durchschnittlich ähnlich verhalten haben. 

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ETF (Exchange Traded Fund) als Indexfonds

Schlaue Leute sind auf die Idee gekommen, die Titel, die einen Index bilden, in einem Investmentfonds zu bündeln. Schon wird aus einem DAX 30 ein DAX ETF. Jeder Anteil an einem (sog. replizierenden) ETF bildet also den unterliegenden Index mit seinen Titeln exakt nach. Nur zur Erinnerung für Anleger, die nicht mehr so recht wissen, was ein DAX ETF ist und warum das Ding in ihrem Depot liegen könnte. Verkaufsargument: “Damit kaufen Sie praktisch den ganzen Markt und streuen somit Ihr Risiko.” 

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Mit dem Index (Zeigefinger!) wird meistens auf Fondsmanager gezeigt

Indizes werden i.d.R. zur Leistungsbeurteilung von Fondsmanagern eingesetzt. Sie werden bemüht, um auf die Performance der vom Fondsmanager gemanagten Fonds zu zeigen. Bsp. “Der DAX legte in den letzten 3 Jahren um x% p.a. zu, während der Fonds “Superstar” lediglich um y% zulegen konnte.” Nach so einer Aussage muss sich das Fondsmanagement regelmäßig erklären und erläutern, wo und wann evtl. Fehlentscheidungen getroffen wurden, die zu einer Underperformance führten.  

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Keine Mathematik oder Formeln in dieser Erklärung

Dieser Text richtet sich an unerfahrene Investoren, daher habe ich bewusst auf die Darstellung von Formeln verzichtet. Meine Beiträge an dieser Stelle sollen Wissen vermitteln und unterhalten. Ich hege hier keine wissenschaftlichen Ansprüche und hoffe sehr, dass ich Ihnen die Grundzüge der Indexidee vermitteln konnte. Gehen Sie auch weiterhin mit dem Einsatz Ihrer beiden Indizes behutsam um, denn wir anständigen Geldanleger wissen uns zu benehmen. Wir zeigen nicht mit dem nackten Finger auf angezogene Leute! 

In diesem Sinne bis bald an dieser Stelle,

Ihr

Christoph Vogt

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