“Tapering”: Expansive Geldpolitik zurückfahren

Tapering belastet die Aktienmärkte

Eine wichtige Maßnahme der Geldpolitik durch Zentralbanken ist der Ankauf von Wertpapieren. Dadurch wird den Marktteilnehmern Geld zur Verfügung gestellt, das im Idealfall für eine expansive Wirtschaft sorgt. 

Ein Beispiel: Eine Bank verkauft der Zentralbank Staatsanleihen, erhält dafür Geld, das es einem Kreditnehmer verleihen kann. Mit dem Kredit finanziert ein Unternehmer eine neue Maschinenhalle für seine Produktion. Dort entstehen 10 neue Arbeitsplätze. Die Wirtschaft insgesamt kann über diesen Prozess expandieren, denn die neu geschaffenen Arbeitsplätze sorgen für Einkommen, das Nachfrage generiert. Die Multiplikatorprozesse einer Volkswirtschaft beginnen, positiv und expansiv zu wirken. 

Frau blickt aufs Meer mit schlechter Sicht Christoph Vogt Finanzberatung Geldanlage Vermögensverwaltung erklärt Tapering und seine Wirkungen auf expansive Geldpolitik

Aktuell pumpen die führenden Zentralbanken riesige Summen in die Volkswirtschaften, um die Folgen der Corona Pandemie zu bekämpfen. In den USA kauft die FED in jedem Monat Wertpapiere (Staats- und Hypothekenanleihen) im Gegenwert von 120 Milliarden USD an. In Europa kauft die EZB monatlich für 20 Milliarden EUR Wertpapiere.  

Durch Tapering haben die Marktteilnehmer weniger Geld zur Verfügung

Wird einem Markt oder einem Individuum dagegen weniger Geld zum Einkaufen zur Verfügung gestellt, sorgt das schnell für schlechte Laune (siehe Beitragsbild). Ein erster Schritt von den Notenbanken wäre, die derzeitigen monatlichen Ankäufe von Wertpapieren zu reduzieren. In Erwartung einer tendenziell weniger wachsenden oder gar schrumpfenden Volkswirtschaft verkaufen Aktionäre ihre Unternehmensbeteiligungen: Die Aktienkurse fallen. Aus Sicht der Aktionäre herrscht ein eher trüber Ausblick in die Zukunft. Parallel steigende Zinsen sorgen für eine Alternative zur Aktienanlage. Anleger könnten wieder in das konkurrierende Segment der Anleihen wechseln und sich mit niedrigen Zinsen zufrieden geben. 

Kommunikation als wichtiges Instrument zur Steuerung der Märkte 

Die laufenden extremen Geldzuführungen an die Märkte wirken wie eine Droge! Der Ausstieg durch die Notenbanken wird sehr schwierig. Schließlich kann den sensiblen (Aktien-)märkten ein Kollaps (Crash!) drohen, wenn die Anleger gemeinsam in Panik die Flucht antreten. Das stellt die Kommunikationsabteilungen der Zentralbanken vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Es wird in den kommenden Wochen sehr spannend zu beobachten, wie es z.B. der US-Notenbank FED gelingt, die Aufgabe zu meistern. Die Vergangenheit zeigte, dass es dem Präsidenten Herrn Powell bisher nicht gut gelungen ist, mit dem Kapitalmarkt zu kommunizieren. Für Optimisten bedeutet das: Es bahnen sich Kaufgelegenheiten an! 

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Christoph Vogt

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